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Schachklub Langen e. V.

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Geschrieben von: Thomas Schlapp   

Es gibt massig Schachbücher; manche sind richtig gut, viele kompetent, einige veraltet und nicht wenige sind schlicht Schrott. Schwer, den Überblick zu gewinnen und eine Auswahl zu treffen...

Die folgende Liste ist für Leute, die vielleicht noch gar keine Schachbücher haben und auf der Suche sind – was wiederum nicht heißt, das es reine „Anfängerbücher“ sind! Es sind einfach Titel, die sich in einer kleinen privaten oder Vereinsbibliothek gut machen, weil sie auf wenig Seiten unheimlich viel abdecken.

Je weiter oben ein Buch in der Liste steht, desto „wichtiger“ aus meiner Sicht. Genannt ist jeweils der Titel und in Klammern der/die Autoren.

Zum Einstieg, wenn man noch gar nichts hat

Chess – Training in 5333+1 Positions (Polgar)

Ohne Taktik geht gar nichts, und Taktik ist reine Übungssache. Dafür braucht man Übungsmaterial, und genau das findet sich hier in riesiger Menge für jede Spielstärke: vom simpelsten Matt in 1 bis zu „unlösbaren“ Aufgaben findet jeder seinen Level. Pflicht!!!!

Zürich 1953 (Bronstein)

Eigentlich „nur“ ein altes Buch über ein Turnier der damaligen Weltelite. Aber die vielen zeitlosen Anmerkungen von David Bronstein sind einfach großartig; eine wunderbare Dokumentation von einem genialem Spieler, das tiefe Einblicke gibt.

(Entschuldigung, wenn ich meiner Begeisterung allzu freien Lauf lasse. Buch und Autor haben es einfach verdient)

 

Geheimnisse moderner Schachstrategie (Watson)

Eine Bestandsaufnahme zum Stand der Dinge im modernen Schach; klare und prägnante Erklärungen, wie heute gedacht wird und was inzwischen überholt ist. Ideale Ergänzung zum vorher genannten.

 

Ich hab die drei oben genannten - wie geht’s weiter?

Buch der Eröffnungen (Kallai)

Quasi alle Eröffnungen auf etwas über 200 Seiten! Der Autor bringt das Kunststück fertig, die wichtigen Varianten aller Systeme aktuell darzustellen. Ideal für diejenigen, die Anregungen möchten, was es denn neben „1. e4 e5“ noch so gibt und sich mit Basiswissen „bewaffnen“ wollen. Gut: oft werden typische Manöver genannt, die den Übergang ins Mittelspiel beschreiben. Manko: die gruselige deutsche Übersetzung (zumindest meiner Ausgabe; ist/wird vielleicht in folgenden besser).

Man braucht das Buch nicht unbedingt, aber wenn man gerne was über Eröffnungen im Regal haben mag, kann man sich es mal anschauen.

600 Endspiele (Portisch/Sarközy)

Eigentlich viel zu viele: für Amateure bis DWZ 2000 reichen vermutlich 30 – insbesondere wenn man sieht, wie z.B. elementare Turmendspiele auch auf diesem Level immer wieder versemmelt werden...aber die restlichen 570 kann man sich ja später noch anschauen! Ich kenne kein anderes Buch, was für so wenig Geld alles enthält, was man in der Praxis wirklich wissen muss.

Schachgeheimnisse (Nunn)

Schach verstehen Zug um Zug (Nunn)

Der englische GM John Nunn hat eine Reihe Bücher geschrieben - alle sind sehr gut. Die beiden genannten behandeln hauptsächlich das Mittelspiel, und wer für diesen Bereich eine Ergänzung sucht, sollte zuerst prüfen, ob eines der beiden gefällt.

 

Weiteres zum Thema Mittelspiel

Das Mittelspiel ist kompliziert und nicht erschöpfend zu beschreiben. Die folgenden Bücher sind alle völlig verschieden und deswegen vermutlich nicht jedermanns Geschmack - aber wenn einem der Stil gefällt, kann man bei den folgenden Titeln bedenkenlos zugreifen.

Meine 60 denkwürdigen Partien (Fischer)

Für viele ist R.J. Fischer der beste Spieler, der je gelebt hat, und dieses das beste Schachbuch, das je geschrieben wurde. Ich schließe mich nur bedingt an: es ist in der Tat gut geschrieben und unterhaltsam, man bekommt Einblicke in die Arbeit eines Genies und staunt - hat aber irgendwie nicht übermäßig viel Nutzen davon.

Positional Chess Handbook (Gelfer)

495 ausgewählte Positionen, angeordnet in Kapiteln die jeweils ein positionelles Thema behandeln. Gut ausgewählt, starker praktischer Bezug, sehr lehrreich.

Amateur wird Meister (Euwe/Meiden)

Eine Anzahl Partien, die jeweils zwei Themen gleichzeitig beleuchten: zum einen wird die Eröffnung grundsätzlich erklärt, zum anderen im Partieverlauf ein für Amateure typischer Fehler dargestellt. Ebenfalls sehr lehrreich; allerdings wird nicht jedem der etwas altmodische Stil gefallen.

Die 7 Todsünden des Schachspielers (Rowson)

Sehr speziell und etwas abgehoben.....psychologisch angehaucht, versucht der Autor reale schachliche Fehler auf ihre geistigen Wurzeln zurückzuführen. Ich fand es sehr unterhaltsam, an manchen Stellen habe ich mich auch tatsächlich wiedergefunden – aber ob es tatsächlich hilft, in der Praxis weniger Figuren einzustellen, weiß ich nicht.

 

Weitere Taktikbücher

Im Grunde reicht das oben genannte Polgar-Buch zum Training völlig aus. Man kann es nur leider nicht mitnehmen, da groß und schwer...die folgenden drei Bücher sind klein, handlich und relativ preiswert, ideal z.B. für zwischendurch im Zug. Von der Aufmachung her sehr verschieden, hier kann jeder für sich entscheiden, was gefällt und was nicht.

Zauberwelt der Kombination (Neistadt)

365 x Schachtaktik (Brunthaler)

Schachkombinationen (Colditz)

 

 

Und wo bleiben Eröffnungsbücher über Sizilianisch, Königsindisch, ...?

Ich würde mir das Geld schlicht sparen. Es gibt massig Gründe, die gegen den Kauf sprechen.

Leider oft mäßiges Niveau; manchmal hat man den Eindruck, der Autor zieht mal eben eine Anzahl aktueller Partien aus einer Datenbank, schreibt noch schnell zwei oberflächliche Sätze dazu („Weiß steht etwas besser...“) und nach höchstens einer Woche Arbeit ist das Buch fertig. Ganz verdächtig wird es, wenn selten gespielte oder unbeliebte Eröffnungen plötzlich den sicheren Sieg versprechen....Die wirklich guten Abhandlungen sind nicht ganz billig und wenden sich dann eher an sehr fortgeschrittene Spieler (nicht unbedingt die, für die obige Liste geschrieben ist).

Wenn ein PC mit Datenbank zur Verfügung steht, kann man leicht 10 oder 20 aktuelle Partien zu einer Eröffnungsstellung suchen und locker durchspielen. Geht ziemlich schnell und bringt mehr als Bücher wälzen: man bekommt nicht nur einen Überblick wie die Variante so „läuft“, sondern  lernt auch was über den Übergang ins Mittelspiel und typische Partieverläufe. Zugegeben, man muss dann ein bisschen selbst denken und bekommt nichts erklärt – aber genau das machen die Bücher eben auch oft nicht.

 

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